Junges Schachtalent aus Ulm erobert Riga

 

Marius Deuer hat mit seinen 10 Jahren schon erreicht, wovon andere träumen: Er ist im Frühjahr deutscher Vize-Meister im Schach geworden. Eine Haaresbreite fehlte zum Titel, trotzdem hat er sich für die Europa- und Weltmeisterschaften qualifiziert. Wir unterstützen das junge Schachtalent auf seinem Weg zu internationalen Erfolgen.

Früh übt sich, wer ein Schachtalent werden will

Marius Deuer Thumbs Up Riga Schach

Das Interesse für Schach wurde bei Marius schon extrem früh geweckt. Bereits im Kindergarten interessierte er sich für das Spiel, dass seine ältere Schwester damals spielte. Er brachte sich die Regeln selbstständig bei und lernte schnell von den größeren Kindern, sodass seine Eltern ihn mit 5 Jahren im Schachverein anmeldeten. Neben seinen anderen Hobbies – wie Fußball spielen, Reisen oder Lesen – bleibt der Fünftklässler seither dem Schach treu. Mittlerweile spielt Marius im Schachclub Weiße Dame Ulm. Das Beste am Schachspielen ist für ihn, dass man nur ans Ziel kommt, wenn alle Figuren zusammenarbeiten.

Mit Fleiß und Hingabe zu großen Zielen

Ganz oben auf der Wunschliste steht für Marius der Titel des Schach Großmeisters. Außerdem wünscht er sich noch einmal das Privileg zu haben, für die Nationalmannschaft spielen zu dürfen. Das hat ihm bereits in der Vergangenheit sehr viel Spaß bereitet.

Marius Deuer Riga Schach Flaggen

Aber auch abseits des Bretts weiß Marius genau, was er will. Sein Berufswunsch ist Forscher, wo er reisen und neue Dinge entdecken möchte. Das liegt für ihn aber noch in weiter Ferne, zunächst liegt sein Fokus auf der Vorbereitung der nächsten Schach-Erfolge. Dafür trainiert er hart: Jeden Tag sitzt er 30 Minuten am Brett. Dazu kommt einmal wöchentlich intensives Einzeltraining und anschließend Training im Verein von insgesamt 4 Stunden. Vor Meisterschaften wird die Frequenz nochmal erhöht. Intensivtrainings von drei bis vier Tagen sind vor wichtigen Turnieren üblich. Dabei bereiten z.B. die Landesverbände auf die jeweilige Landesmeisterschaft vor. Beim Talentstützpunkt Stuttgart werden die Teilnehmer für den Landeskader trainiert. Wie beim Schach üblich, schaut sich Marius von guten Spielern Taktiken ab, um diese zu verinnerlichen. Ganz nach dem Motto: Von den Besten lernen!

Begeistert und enthusiastisch erzählt er von seinen Erlebnissen auf verschiedenen Turnieren. Wie vor kurzem in Lettland, wo in Riga die Europäische Jugendmeisterschaft stattfand. Es war sein erstes großes, internationales Turnier, auf dem er sich alleine behaupten musste. Das war für Marius sehr aufregend und ein Teil davon zu sein war das Tollste für ihn. Die Verständigung mit den Teilnehmern aus den anderen Nationen gestaltete sich etwas schwierig. Den Schach-Jargon haben aber alle Kids verinnerlicht. Insgesamt 137 Teilnehmer der Altersklasse U10 aus ganz Europa traten in der lettischen Hauptstadt an. Im Zwischenbericht des Vereins heißt es:

Noch nie war ein Jugendspieler des SC Weiße Dame Ulm so erfolgreich gewesen. Umso gebannter sind nun alle Blicke nach Riga gerichtet. Nach einer Niederlage in der 1. Runde kletterte Marius Deuer mit drei Siegen in Folge auf den 27. Platz.

Doch die Konkurrenz war stark: Bei vielen der osteuropäischen Gegnern ist es üblich, zum Trainieren sogar von der Schule befreit zu werden. Das junge Schachtalent musste sich insgesamt gegen neun Teilnehmer aus acht Nationen behaupten. Wenn man das bedenkt, ist seine Platzierung im oberen Drittel eine stolze Leistung. Der ehrgeizige Marius ist damit halbwegs zufrieden und schätzt die gewonnene Erfahrung, hätte aber trotzdem etwas mehr gewollt. Sein Vater schrieb im Nachbericht:

Viermal holte er den Punkt, zweimal endete es Remis und dreimal musste er sich geschlagen geben. So bleiben am Ende 5 Punkte und jede Menge Erfahrungen, die man bei diesem Turnier sammeln konnte.

Wie läuft so ein internationales Turnier ab?

Anders als er es von deutschen Meisterschaften kennt, war das Verhalten und der Umgangston unter den Teilnehmern hier sehr friedlich und harmonisch. Ein paar deutsche Kandidaten kannte Marius schon, da sie zusammen trainiert wurden und zum Teil eine richtige Freundschaft entstanden ist. Man gönnt sich den Sieg und freut sich für den anderen. Beim Turnier selbst herrscht zunächst große Anspannung. Der riesige Saal mit den vielen Schachbrettern bieten einen beeindruckenden Anblick. Aufgrund der vielen Zuschauer und Spieler herrscht Unruhe, die der 10-jährige aber schnell ausblenden kann. Sobald er am Brett sitzt, ist das Sprechen verboten. Die Aufregung weicht der vollen Konzentration und es geht nur noch um die Partie.

Ausblick – Nach der EM ist vor der WM!

Schach schwarz am Zug Bauer

Viel Zeit zum Feiern oder Verschnaufen bleibt Marius nicht. Der junge Stratege muss im Moment erneut unter Beweis stellen, dass er zu den Besten gehört. Aktuell spielt der 10-jährige auf der Ländermeisterschaft in Würzburg. Dort tritt er im Team mit Vereinskollegen für Württemberg an. Wir sind gespannt, wie er sich dort schlagen wird und drücken ihm die Daumen! Im November wird es dann richtig spannend: Marius fährt auf die Weltmeisterschaft nach Spanien. Neben dem jungen Profi freut sich auch seine Mutter schon riesig auf das spannende Event, das ohne Frage ein großes Abenteuer wird. Wir unterstützen Marius und seine Familie, weil es uns am Herzen liegt, junge Talente aus der Region zu fördern.

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